Wofür steht die AfD?“ Mit diesem Titel hat der Kreisverband Freising-Pfaffenhofen am Sonntag zum politischen Frühschoppen nach Ilmendorf (Gemeinde Geisenfeld) eingeladen. Die Antwort lieferten der Direktkandidat Johannes Huber, der stellvertretende Kreisvorsitzende Tobias Teich und das lokale AfD-Mitglied Josef Robin: „Die AfD ist die Partei, in der Franz Josef Strauß heute Mitglied wäre.“

Der Ilmendorfer Josef Robin begrüßte 56 Gäste, was rund 10 % der Einwohner Ilmendorfs darstellt, mit den Worten: „Ich bin in der AfD, weil diese Partei jetzt die CSU von früher mit Franz Josef Strauß ist.“ Die AfD stehe für mehr direkte Demokratie und ist eine basisdemokratische Partei, die bei großen Entscheidungen die Bürger mit Volksentscheiden befragt. „Wir wollen bald einen Ortverband gründen und an der Kommunalwahl 2020 antreten. Persönlich möchte ich mich für die Interessen der regionalen Bürger und für die Erhaltung unserer deutschen Leitkultur und Bräuche einsetzen. Die AfD ist eine bürgerliche Partei in der Mitte unserer Gesellschaft.“

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Tobias Teich erläuterte die Historie der jungen und aufstrebenden Partei und setzte den bevorstehenden Bundesparteitag am 22. April mit den anstehenden Wahlen der Spitzenkandidaten in diesen Zusammenhang. Die Teilnahme von 56 Personen spricht eine deutliche Sprache: Demokratie kann niemals alternativlos sein.“ In Anlehnung an Franz Josef Strauß schloss Teich: „Wenn es die Situation erfordert, dann müssen wir Bayern die letzten Preußen sein.“

Der Direktkandidat für die Bundestagswahl Johannes Huber präsentierte anschließend, wofür die AfD im vorläufigen Wahlprogramm mit den Schwerpunkten Familie, direkte Demokratie, innere Sicherheit, Zuwanderung und Asyl, Sozial- und Rentenpolitik sowie die aktuelle Außen- und Sicherheitspolitik steht.

Wir brauchen eine Willkommenskultur für Kinder anstatt illegale Einwanderung. Das kann infolge eines Baby-Begrüßungsgeldes oder dem Familiensplitting gelingen. Die Familien stabilisieren nämlich die Sozialsysteme. Daher sagen wir auch Nein zur Gender-Ideologie. Die Familie solle auch insoweit entlastet werden, dass Erziehungszeiten stärker zur Rente angerechnet werden, notfalls mit einem Aufschlag zur Grundsicherung.“ Die Familie braucht ebenfalls Rahmenbedingungen der Demokratie und der Sicherheit. „Durch eine direkte Demokratie mit Veto-Rechten für die Bürger nach dem Schweizer Vorbild könnten die deutschen Parlamentarier zum sorgfältigen Arbeiten und zum Umsetzen des Bürgerwillens diszipliniert werden. Genauso müssen führende Repräsentanten wie der Bundespräsident nach dem Vorbild Österreich direkt gewählt werden.“ Da der europäische Grenzschutz in der Asylkrise nicht funktioniert hat, fordert die AfD die Rückkehr zum deutschen Grenzschutz, die Wiedereinführung der Wehrpflicht, eine bessere personelle und strukturelle Ausrüstung der Polizei sowie die Ausweisung aller abgelehnten Asylbewerber. Migranten, die Terrororganisationen wie dem IS oder kriminellen Clans angehören, müssen ausgebürgert werden. Die Staatsangehörigkeit sollte wieder nach dem Abstammungsprinzip erfolgen. „Aufgrund der Rechtsbrüche an der deutschen Grenze und bei der täglichen Anerkennungspraxis sollte ein Untersuchungsausschuss im Bundestag die Verantwortung von Angela Merkel klären.“

Die AfD fordert auch in den Themen Wirtschaft und Außenpolitik neue Impulse. „Bei den Steuern, Beiträgen und Gebühren muss es eine Abgabenbremse geben, ausländische Konzerne müssen in Deutschland ihre Steuern zahlen und Leih- und Werkverträge sollen in den Unternehmen einer gesetzlichen Obergrenze von 15% unterliegen. Zudem darf es keine Erbschafts- oder Vermögenssteuer geben und die Staatsschulden sollen für nachfolgende Generationen getilgt werden.“ Des Weiteren braucht Deutschland gute Beziehungen zu allen Staaten und eine nationale Sicherheitsstrategie angesichts der Neuausrichtung der USA. „Ein Beitritt der Türkei zur EU wird abgelehnt und die Russland-Sanktionen müssen beendet werden. Statt einer militärischen Konfrontation brauchen wir eine wirtschaftliche Zusammenarbeit.“

Die ausgiebige Fragerunde konnte ebenfalls erkennen lassen, dass Fragen, Sorgen und Ängste der Bürger keinesfalls die Aufschreie einiger „Wutbürger“ sein können, sondern ein reelles Spiegelbild sämtlicher Schichten unserer Gesellschaft sind. Das politische Frühschoppen schloss mit einer Feststellung anhand der liberal-konservativ-patriotischen Positionen der AfD: „Franz Josef Strauß wäre heute in der Alternative für Deutschland.“