Gezielter Ausschluss der Öffentlichkeit bei heiklen Vertragsverhandlungen durch Tagung im Geheimen? Eine Armee von zehntausenden Lobbyisten großer Firmen, die die Gesetze, welche der Kontrolle dienen sollen, glatt selber schreiben – und dann durchgewunken bekommen? Ein ungewählter, riesiger Beamtenapparat, der mit seiner Machtfülle das gewählte Parlament locker in die Tasche steckt? Alles erstaunlich normal im EU-Brüssel heutiger Zeit.

Prof. Rothhaar von der KU Eichstätt-Ingolstadt hat dies in seiner früheren Tätigkeit im parlamentarischen Dienst der SPD hautnah mitbekommen. In einem spannenden Vortrag als Gastredner der Alternative für Deutschland in Neuburg referierte er über die innere Organisation der EU und stellte grundsätzliche Fragen wie: Kann die Europäische Union grundsätzlich demokratisiert werden? Ist die von vielen politischen Eliten gewünschte immer engere Integration Europas – angesichts von Sprachbarrieren und generell dem fehlenden „europäischen Staatsvolk“ – überhaupt möglich?

Im Anschluss an den Vortrag kam eine lebhafte Diskussion bezüglich der Frage auf, wie sich Deutschland und insbesondere das deutsche Wahlvolk zu den EU-Institutionen positionieren sollte. Dabei wurden auch historische Parallelen zu Vielvölkerstaaten wie Österreich-Ungarn aber auch Jugoslawien gezogen, welche letztendlich gescheitert sind. Am Schluss stand der Tenor: Europa sollte demokratisiert und zu einem „Europa der Vaterländer“ weiterentwickelt werden.